Politischer Aschermittwoch mit der CSU Kissing im Marxenwirt

Landratskandidat Peter Tomascko stellt seine Pläne für das Wittelsbacher Land vor

18.02.2026

Vor genau zwölf Jahren hatte Peter Tomaschko im Kissinger Marxenwirt seinen ersten politischen Aschermittwoch nach seiner Wahl in den Landtag abgehalten. Jetzt war er zum zweiten Mal zu Gast in dem mit 50 Personen vollbesetzten Gasthaus in Alt-Kissing. Erster Bürgermeister und Ortsvorsitzender der CSU Kissing, Reinhard Gürtner, hieß den zweiten Bürgermeister Xaver Sedlmeyr und den Fraktionsvorsitzenden Michael Eder, die Mitglieder des Gemeinderats und die Kandidaten und Kandidatinnen der CSU Kissing sowie viele Altortler willkommen. Das Team vom Marxenwirt servierte den Gästen Fisch- und Käsesemmeln und Brezen mit Obaz’da.

„Kissing hat Zusammenhalt in Krisen wie Corona, dem Hagelunwetter und dem Hochwasser gezeigt. Ein herzliches Dankeschön an alle Helfer!“ begann Reinhard Gürtner seine Ansprache. Er informierte, dass Kissing in der Kinderbetreuung gut aufgestellt sei, Wasserwerk und Wasserleitungen modernisiert habe und jetzt noch Kanalsanierungen folgten. Die IT im Rathaus ist auf dem neuesten Stand und das Gewerbegebiet mit 70.000 qm wurde angestoßen. „Wir haben die Kultur in der Paartalhalle mit einem neuen Wirt belebt und die Aussegnungshalle saniert“, erinnerte Gürtner. Auch für die Feuerwehr Kissing wurde ein Bedarfsplan aufgestellt und es gab Neubeschaffungen. Für Bekanntmachungen und wichtige Push-Nachrichten bei Katastrophen empfahl der Bürgermeister, die Kissing App herunterzuladen.
 
Was steht für die nächsten Jahre an? Für die Sanierung der Staatsstraße AIC25 müssen noch Eigentumsverhältnisse geklärt und Verhandlungen geführt werden. Der innerörtliche Paarausbau und das Sturzflugmanagement sollen mehr Sicherheit für Kissing bringen. Für die Grundschule wurde eine Planung mit vertiefter Kostenschätzung erstellt. Nach der Kostenreduzierung folgt nun das Finanzierungskonzept und der Gemeinderat wird mit den Fakten eine gute und vernünftige Lösung finden. Das Gewerbegebiet soll mit Leben gefüllt werden, es gibt viele Interessenten. Für einen sicheren Schulweg ist ein Steg über die Paar geplant. Da der Hochbehälter zu klein ist, müssen die Planungen für einen größeren angestoßen werden. Für den Maibaum soll ein neues Fundament platziert werden. Da die Telekom die Gemeinde im Stich ließ, müssen neue Verhandlungen für einen Glasfaserausbau geführt werden. Auf dem Grundstück der neuapostolischen Kirche wird die Wohnbau GmbH ein Mehrfamilienhaus des sozialen Wohnungsbaus errichten. Zuletzt sprach Reinhard Gürtner über die Liste der CSU Kissing: „Wir haben eine gesunde Liste, in der alle Alters- und Berufsgruppen vertreten sind“, sagte er.
 
Landratskandidat Peter Tomaschko erzählte, dass er fast jeden Tag mit Kissings Bürgermeister im Kontakt sei und sie gemeinsam viel auf den Weg gebracht hätten. „Ihr Bürgermeister setzt sich enorm für die Gemeinde ein, beim Sonderförderprogramm für den neuen Kindergarten ging es um Millionen von Euro“, informierte er. Tomaschko möchte sich fürs Wittelsbacher Land durch das Netzwerk, das er sich in den letzten zwölf Jahren aufgebaut hat, einsetzen. „Die Region ist mit Familienbetrieben und engagierten Arbeitnehmern sehr stark“, weiß er. Eine wichtige Aufgabe ist für ihn das Thema „Gesundheit“. Er möchte die beiden Krankenhäuser in Aichach und Friedberg sichern und weiterentwickeln. Um gute Haus- und Fachärzte zu haben, plant er, junge Leute mit Stipendien zu unterstützen, die sich im Gegenzug verpflichten, im Landkreis tätig zu werden. Als zweites möchte er in Bildung investieren, z. B. die Realschule Mering sanieren und berufliche Schulen fördern. Für die Sicherheit sieht Tomaschko ein Ausbildungs- und Katastrophenschutzzentrum als eines der wichtigsten Projekte an. Für die Wirtschaft und die Landwirtschaft - einschließlich der Tierhaltung - möchte er beste Rahmenbedingungen setzen und sie noch verbessern. Dafür schlägt er einen Wirtschafts- und Landwirtschaftsbeirat im Landratsamt Aichach-Friedberg vor. 
 
Die Verwaltung soll bürgernah sein, in Kitas sollen zum Beispiel die Schuleingangsuntersuchungen vor Ort stattfinden. Zudem plant Tomaschko, in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Bürgermeistern, Außenstellen des Landratsamtes als Bürgerbüros in Friedberg, Mering und Pöttmes einzurichten. Dort sollen zentrale Dienstleistungen des Landratsamtes wohnortnah angeboten werden. Der Landrat soll einmal im Monat auch persönlich in den Bürgerbüros vor Ort präsent sein, um den direkten Austausch zu suchen und Fragen und Probleme direkt anzugehen. Vieles könnte drüber hinaus auch digitalisiert werden. Außerdem soll das Wittelsbacher Land eine Modellregion für Bürokratieabbau werden, wodurch zum Beispiel Antrags- und Genehmigungsverfahren, wie etwa im Baurecht, deutlich beschleunigt werden können. „Man sollte ausprobieren, ob auf manche Berichte und Statistiken verzichtet werden kann“, schlug er noch vor. Beim ÖPNV erhofft sich Tomaschko positive Effekte durch den Zusammenschluss von AVV und MVV. Durch ein Zusammengehen mit dem MVV, wobei der Freistaat als Gesellschafter mit dabei sein müsse, würden die Verbindungen stabiler, die Preise günstiger und durch ein Ticket und eine App auch längere Fahrten deutlich unkomplizierter, so Tomaschko.
 
Anschließend konnten die Gäste Fragen stellen. Bezüglich der Pflege sagte er, dass der Landkreis mit 1000 Plätzen bedarfsgerecht ausgestattet sei. Verbesserungsbedarf sieht er im Bereich der Kurzzeitpflege: Hier sollen der Landkreis und die Gemeinden zukünftig gemeinsam investieren, um das Angebot auszubauen.