Abgeordneter Tomaschko: Zugstreichungen auf der Strecke Augsburg–München müssen verhindert werden

Bayern besteht auf weiterhin guter Taktung und will Regionalverkehr im bestehenden Umfang aufrechterhalten – Tomaschko im Austausch mit Verkehrsministerium 

27.08.2026

Die diskutierten Zugstreichungen auf der Strecke zwischen Augsburg und München stoßen beim Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko und dem Freistaat Bayern auf klare Ablehnung. Ab 2028 sollten nach den Überlegungen der DB InfraGO insgesamt zwölf Regionalzugverbindungen entfallen, um den Fernverkehr und die Pünktlichkeit zu stärken. In den Hauptverkehrszeiten sollen künftig nach den Überlegungen der deutschen Bahn nur noch maximal zwei Regionalzüge pro Stunde und Richtung verkehren. Besonders betroffen wären Pendlerinnen und Pendler aus dem Wittelsbacher Land. 

„Die geplante Streichung von Regionalzügen und der Wegfall von Halten in Kissing und Mering zugunsten einer Stärkung des Fernverkehrs ist für unsere Region nicht akzeptabel. Gerade zu den Stoßzeiten sind die Züge schon heute stark ausgelastet. Wer dann ausgerechnet morgens und nachmittags Verbindungen streicht, verschärft die Situation für unsere Pendlerinnen und Pendler massiv“, betont Tomaschko.

Besonders kritisch sei, dass die Kürzungen genau jene Verbindungen treffen würden, auf die die Menschen im Landkreis für ihren täglichen Weg zur Arbeit angewiesen sind. Schon heute seien die Regionalzüge insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten teilweise bis an ihre Kapazitätsgrenzen ausgelastet. „Ich kenne die Situation nicht nur aus Gesprächen mit den Pendlerinnen und Pendlern, sondern erlebe sie selbst regelmäßig. Ich nutze die Strecke zwischen Augsburg und München sehr häufig und weiß daher aus eigener Erfahrung, wie voll die Züge gerade zu den Stoßzeiten sind. Eine weitere Reduzierung des Angebots ist vor diesem Hintergrund der völlig falsche Weg“, so Tomaschko.
 
Für Tomaschko ist dabei klar: Der notwendige Ausbau des Fernverkehrs dürfe nicht gegen die Interessen des Regionalverkehrs ausgespielt werden. Mehr ICE-Verbindungen könnten die Regionalzüge nicht ersetzen, wenn diese nicht an den Stationen in der Region halten. „Ein ICE, der in München und Augsburg hält, aber an Kissing und Mering vorbeifährt, ist für die Pendlerinnen und Pendler kein Ersatz für einen Regionalzug. Wir brauchen beides: einen starken Fernverkehr und einen leistungsfähigen Regionalverkehr, der die Menschen auch an ihren Wohnorten abholt.“
 
Besonders wichtig ist für Tomaschko, dass der Freistaat Bayern ebenfalls klar gegen eine Reduzierung des Regionalverkehrs Stellung bezogen hat. Das Bayerische Verkehrsministerium hat bereits im Juni 2026 Einspruch gegen Rahmenbedingungen eingelegt, die zu einer Verringerung des Angebots im Schienenpersonennahverkehr gegenüber dem heutigen Stand führen könnten. Am Beispiel der Strecke Augsburg–München hat der Freistaat gegenüber der DB InfraGO AG insbesondere die bestehenden Kapazitäten während der Hauptverkehrszeiten stundengenau benannt.
„Bayern besteht auf einer guten Taktung im Regionalverkehr und setzt sich ausdrücklich dafür ein, dass es keine Verschlechterung beim aktuellen Angebotsumfang zu den Hauptverkehrszeiten gibt. Das ist ein wichtiges Signal für unsere Pendlerinnen und Pendler“, so Tomaschko. 
 
Der Freistaat hat in seiner Stellungnahme gegenüber der DB InfraGO AG deshalb ausdrücklich die bestehenden SPNV-Kapazitäten zu den Hauptverkehrszeiten eingefordert. Die DB InfraGO AG soll die Stellungnahmen des Freistaats sowie gleichlautende Forderungen der Eisenbahnverkehrsunternehmen berücksichtigen und ihren Entwurf entsprechend anpassen.
 
Tomaschko steht hierzu bereits im Austausch mit dem Bayerischen Verkehrsministerium und wird die weitere Entwicklung eng begleiten: „Unser gemeinsames Ziel muss sein, den Status quo der guten Taktung zu den Hauptverkehrszeiten zu erhalten und perspektivisch die Kapazitäten weiter auszubauen. Die Menschen, die jeden Tag auf die Bahn angewiesen sind, brauchen eine verlässliche Verbindung. Dafür werde ich mich gemeinsam mit dem Freistaat weiter stark machen.“